Allgemeines zum Tagebau
Grundsätzlich handelt es sich beim Tagebau um eine Möglichkeit mineralische Rohstoffe abzubauen, ohne dass, wie es bei anderen Arten des Bergbaus der Fall ist, unterirdisch Stollen oder Schächte entstehen müssen. Daraus ergibt sich folglich, dass der Tagebau natürlich beim Abbau von Rohstoffen beliebt ist, die nicht tief in der Erde, sondern möglichst nah an der Oberfläche liegen.
Es werden außerdem gern Materialien abgebaut, von denen große Mengen benötigt werden. Dabei handelt es sich unter anderem um Rohstoffe wie Torf, Braunkohle, Kies, Sand oder Gesteine. Auch Edelsteine wie Diamanten oder Edelmetalle wie Kupfer werden häufig durch diese Methode des Bergbaus zu Tage gefördert.
All diese Materialien werden im Fachjargon des Tagebaus nach Lockergestein und Festgestein unterschieden und müssen dementsprechend auf verschiedene Art und Weise und mit daraus abgestimmten technischen Mitteln behandelt werden. Außerdem wird das Lockergestein nochmals unterschieden. Hier können als Gewinnungstechnologien die Trockengewinnung oder auch die Nassgewinnung genutzt werden.
So werden gewisse Materialien im Rahmen der Nassgewinnung aus Seen oder Flussniederungen geschöpft, liegen die Lagerstätten jedoch im Trockenen, wird die Trockengewinnung zum Abbau der entsprechenden Rohstoffe genutzt. Soll Wertmaterial, im Rahmen des Tagebaus gewonnen werden, so werden meist verschiedenen Gewinnungsgeräte kombiniert und ein Transportgerät wird nachgeschaltet. Auch hier kann man nochmals zwischen kontinuierliche und diskontinuierliche Prozesse der Gewinnung unterteilen, wobei auch in dem Fall der Wertmaterialien die Gesteinsart beachtet werden muss. Entsprechende Einsatzgeräte zum Abbau werden nach entsprechender Prüfung von Gewinnungsform und der Art des zu bearbeitenden Rohstoffs bestimmt.
Bevor jedoch ein Tagebau entsteht, werden zunächst große Flächen nach höffigen Gebieten ausgesucht und erste Einschätzungen über möglicherweise vorhandene Wertminerale ermittelt, um festzustellen, ob sich die Abbauung lohnt. Hierbei kommen geomorphologische Karten, geologische Karten, Gesteinskarten und andere Karten zum Einsatz. Durch genauere Detailuntersuchung wird dann herausgefunden, ob die durch die Prospektion gefundene Lagerstätte nach Qualität und Menge einen wirtschaftlichen nutzbaren Mindestvorrat enthält.

